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Brünjeshofes Worpswede - Geschichte - Carl Emil Uphoff - Leben und Werk

Carl Emil Uphoff wird als neuntes Kind einer recht mittellosen Hammerschmied-Familie am 17. März 1885 in Witten an der Ruhr geboren. Er machte eine Kaufmannslehre im Texteilgroßhandel in Hannover und versuchte sich im Schreiben von Gedichten. Während er mehrere Jahre in verschiedenen Städten seinen Beruf ausübt, fühlt er sich immer mehr zur Kunst hingezogen und wendet sich der Malerei zu. Um mehr Zeit für das Malen zu haben, kündigt er seine Arbeit und arbeitet aushilfsweise am Folkwang-Museum. Dessen Leiter verhilft ihm zu einem Aufenthalt in Paris.

Uphoff lässt sich von Henri Matisse unterweisen und bei seinen täglichen Studien im Louvremuseum überprüft er, angesichts der vollendeten Werke von Tizian und Leonardo, seine eigene Begabung für die Malerei selbstkritisch. Wieder zu Hause schreibt er sein erstes Bühnenstück, das einen Skandal verursacht und sofort nach der Premiere abgesetzt wird.

Uphoff kommt durch eine Einladung von Heinrich Vogeler nach Worpswede und beschließt 1911, sich hier anzusiedeln. Er gehört damit zur zweiten Künstlergeneration der Worpsweder Maler. Der Maler, Bildhauer und Schriftsteller Carl Emil Uphoff arbeitet zuerst zurückgezogen in dem Atelier auf dem Brünjeshof, das vor ihm Paula Modersohn-Becker und Clara Westhoff genutzt hatten. Er beschäftigt sich mit sich selbst und mit der Kunst, nennt diese Phase "Zeit der Weltanschauungskämpfe" (in Stelljes 1988, Verlag Bergedorf 43, Worpswede).

Carl Emil Uphoff

1913 heiratet er, und seine Schwiegermutter kauft und übereignet dem frisch vermähltem Paar den Brünjeshof. Sie beginnen mit ersten Umbauarbeiten und der Anlage des Gartens. Uphoff nimmt nun am geselligen Leben der Künstlergemeinde teil, er inszeniert in Vogelers Gartentheater eines seiner Dramen, und sein eigener Hof wird ein Treffpunkt zum Musizieren und Diskutieren (vgl. Hülbusch 1991, Arbeitsgemeinschaft Freiraum und Vegetation, Kassel).

Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges wird er als Soldat für "dienstuntauglich" eingestuft. Die Kriegsjahre erlebt er als "Auflösung der geistigen Grundlage der Zeit" und bemüht sich vergeblich um eine "weltanschauliche Klärung" für sich selbst (Stelljes 1988).

In den ersten Nachkriegsjahren beteiligt er sich zusammen mit Heinrich Vogeler am Kampf für den Kommunismus. Uphoff wendet sich aber ab, da er enttäuscht darüber ist, dass der Kampf für eine neue Gesellschaftsform zu einem Kampf um Machtpositionen geworden ist (vgl. Stelljes 1988). Er distanziert sich von Vogeler und zählt ab 1923 sogar zu seinen Gegnern.

  
  

Auch zu Leberecht Migge hat er ein gespanntes Verhältnis. Uphoff missfällt die Bewirtschaftung des Sandbodens des Sonnenhofes und die von Vogeler geplante Urbarmachung der "Markusheide" mit für ihn unverhältnismäßig hohen Kosten. Auch die "intensive Gartenwirtschaft", die Vogeler und Migge betreiben, findet nicht seine Zustimmung (vgl. Hülbusch 1991).

Carl Emil Uphoff und Frau Margot auf dem Weyerberg

Er wendet sich wieder verstärkt, auch angeregt von seinem derzeitigen Nachbarn Bernhard Hoetger, der Bildhauerei zu. Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau, heiratet er 1921 erneut. Die bald 7-köpfige Familie lebt ausschließlich von den Einkünften seines künstlerischen Schaffens. Zusammen mit seinem Bruder Fritz, dem Maler und Grafiker, und dem Schriftsteller Ludwig Tügel, gründet C.E.Uphoff die "Werkgemeinschaft Worpswede", die in den Jahren 1920 bis 1924 kostbare, mit expressionistischen Grafiken illustrierte Buchwerke herausgibt.

Uphoff nimmt wieder das Schreiben auf und verfasst Monographien, z.B. von Paula Modersohn-Becker (1920), aber auch zahlreiche Aufsätze, Gedichte und Romane, in die auch autobiographische Aussagen einfließen. Für eine Lausitzer Glasfabrik liefert er Entwürfe für die Glas- und Metallindustrie, die dem Stil der Neuen Sachlichkeit zugeordnet werden können (vgl. Stelljes 1988).

Immer auf der Suche nach einer Vorbildgestalt, ohne die er nicht zu einer politischen Entscheidung fähig scheint (vgl. Kirsch 1989, Bertelsmann Verlag, München), entwickelt er sich vom gewaltverabscheuenden Kommunisten zum Vertreter der Reichskulturkammer, der für die Beurteilung "entarteter Kunst" zuständig ist. Einige seiner eigenen expressionistischen Skulpturen vergräbt er 1934 aus Angst vor einer Hausdurchsuchung und dem vernichtenden Urteil.

Zum Ende des Krieges wird der Brünjeshof durch ein Feuer zerstört. Mit dem Wiederaufbau wird erst zwei Jahre später begonnen, da Uphoff in einem Umerziehungslager interniert wird. Nach seiner Rückkehr lebt er, enttäuscht vom Leben, die folgenden Jahre sehr zurückgezogen im Atelierhaus in seinem Garten auf dem Brünjeshof und stirbt am 21. August 1971.

Carl Emil Uphoff und Frau Margot im großen Atelier

aus: Diplomarbeit "Künstlergärten in Norddeutschland" von Susanne Matthießen, 2000

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